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Disney Der Glöckner von Notre Dame

Letzten Donnerstag war ich spontan in Stuttgart, im Disney Musical Der Glöckner von Notre Dame und habe mir das Stück erneut angesehen

Schon im Juni letzten Jahres habe ich dieses Musical im Theater des Westens in Berlin gesehen. Schon dort war ich begeistert davon und freute mich sehr, als bekannt wurde, dass es nach Stuttgart kommt. 

 

 

Vielen kommt bei diesem Titel sofort der bunte Disney Film in den Sinn. Dieses Musical ist aber alles andere als bunt. Auch wenn Disney auf den Plakaten steht, viel bunte, heile Disneywelt steckt da nicht drin. Es ist um einiges düsterer als der Animationsfilm und Realitätsgetreuer.

Dies macht sich schon beim Bühnenbild bemerkbar. Wenn man in den Theatersaal hineinkommt, hat man nicht einen Vorhang welcher das Bühnenbild verdeckt, sondern sieht direkt auf das gigantische Bühnenbild. Es ist als Innenraum der Kathedrale gestaltet und vermittelt gleich das Gefühl, dass man sich wirklich in einer befindet. Das Bühnenbild bleibt während der ganzen Vorstellung gleich, und wird nur mit verschiedenen Requisiten umgestalltet. So verwandelt sich die Kathedrale mal zu den Strassen Paris, dann zu einer Taverne. Sehr faszinierend wie mit solch kleinen Dingen ein festes Bühnenbild verändert wird. Auch bekommt der Zuschauer die Möglichkeit, sich selbst Dinge vorzustellen, was mir sehr gefällt. 

Auch passieren einige Umzüge auf der Bühne. Die meisten Darsteller haben ein festes Kostüm, welches sie die ganze Vorstellung über tragen. Durch kleine Ergänzungen (Weste, Kutte), werden sie zu Zigeunern, Steinfiguren etc.

Was auch besonders an dem Stück ist, ist das die Geschichte erzählt wird. Das heisst die Darsteller durchbrechen praktisch die vierte Wand, denn sie erzählen dem Publikum die Geschichte.

Das absolute Highlight für mich ist der Chor (ORSO - Orchestra & Choral Society Freiburg), welcher dem Stück nochmals etwas besonderes verleiht. 

Besetzungsliste
Besetzungsliste

Als Quasimodo hatte ich dieses Mal Kevin Thiel. Er ist neu dabei und hat fantastische Arbeit geleistet. Vom ersten Moment an nahm ich ihm die Rolle des Quasi ab und litt mit ihm mit. An der einen oder anderen Stelle hat man etwas gemerkt dass er die Rolle noch nicht so oft gespielt hat, aber sonst einfach atemberaubend. Für mich eine perfekte Besetzung.

 

Auch Felix Martin als Erzdiakon Claude Frollo war wieder grandios. Ich habe ihn schon in Berlin gesehen und er hat mich dort schon überzeugt. Das Tolle im Musical, gegenüber dem Animationsfilm ist, dass man nun endlich sieht, warum Frollo Zigeuner hasst und verabscheut. Und gerade dies bringt Felix Martin grossartig rüber.

 

Nico Schweers spielte an diesem Tag das erste Mal den Hauptmann Phoebus de Martin. Eine starke Leistung kann ich nur sagen. Auch er hat mich vom ersten Moment an überzeugt. Die Entwicklung seiner Figur war spürbar, und nachdem er mir am Anfang überhaupt nicht sympathisch war, tat er mir am Schluss umso mehr leid.

 

Seit Stuttgart ist Mercedesz Csampai  die neue Erstbesetzung der Esmeralda und auch hier wieder, eine tolle Wahl. Ich habe sie letztes Jahr in St. Gallen als Sarah in der Neuinszenierung von Tanz der Vampire gesehen, und war dort schon von ihr begeistert. Umso mehr freute ich mich als bekannt wurde, dass sie die neue Esmeralda ist. Auch in dieser Rolle hat sie mich überzeugt. Toll gespielt und wunderschön gesungen. 

 

Die komplette Cast ist einfach toll. Man fühlt mit jedem mit und ich war vom ersten Moment an gefangen. Für mich passt einfach alles. Das Bühnenbild, die Musik, die Darsteller und die vielen kleinen Besonderheiten, welches das Stück von anderen unterscheidet. Einfach ein unglaublich tolles Stück, welches ich mir auf jeden Fall nochmals ansehen werde. 

 

Die Handlung

Das Musical spielt in Paris, im Jahre 1482. Die Brüder Claude und Jean Frollo werden von den Priestern von Notre Dame aufgenommen und grossgezogen. Claude wird dort sehr erfolgreich und arbeitet sich immer weiter hoch, während sein Bruder Jehan sich mit Zigeunern vergnügt. Als er ein Zigeunermädchen in die Kathedrale schleust, wird er verstossen. Mehrere Jahre hört Claude nichts mehr von seinem Bruder. Dann erhält er einen Brief, in dem er zum Sterbebett seines Bruders gerufen wird. Dieser bittet ihn, sich um seinen Sohn zu kümmern. Claude stimmt zu und nimmt den missgebildeten Quasimodo bei sich auf. 

Quasimodo ist nun erwachsen und der Glöckner von Notre Dame, wo er Zuflucht gewährt bekommt. Er lebt abgeschottet von der Aussenwelt und die Steinfiguren sind seine Freunde. Immer mehr sehnt er sich nach Kontakt zu anderen Menschen und fasst den Entschluss am alljährlichen Narrenfest teilzunehmen. 

Der Hauptmann Phoebus de Martin trifft in Paris ein, um das Kommando über die Wache von Notre Dame zu übernehmen. Er trifft auf Claude Frollo, der mittlerweile Erzdiakon ist. Die beiden, sowie Quasimodo treffen auf die Zigeunerin Esmeralda, von welcher sie sofort verzaubert sind. Esmeralda ermuntert Quasimodo sich zur Wahl als Narrenkönig zu stellen. Er wird gewählt und von der Menge misshandelt. Esmeralda befreit ihn und besucht ihn wenig später im Glockenturm, um ihn auch aus den Händen von Frollo zu befreien. Nachdem Quasimodo ihr die wunderschöne Aussicht auf Paris gezeigt hat, erscheint Frollo und entdeckt die Beiden. Er ist verliebt ihn sie und bietet ihr Zuflucht an. Sie lehnt ab und möchte weiterhin als Zigeunerin leben. Er ist besessen von ihr und folgt ihr in eine Taverne. Auch Phoebus ist dort, und es kommt zum Kuss zwischen ihm und Esmeralda. Frollo ist in Aufruhr und davon überzeugt das Esmeralda ein Dämon ist, welcher geschickt wurde, um ihn zu verführen. Er schafft es dass König Ludwig XI einen Haftbefehlt gegen Esmeralda erlässt und verfolgt sie mit seinen Soldaten. Es kommt zum Kampf, bei welchem Phoebus durch Frollo verletzt wird. Esmeralda wird beschuldigt und muss erneut fliehen. Phoebus nimmt sie mit. Frollo setzt die Verfolgung fort. Esmeralda bittet Quasimodo Phoebus bei sich aufzunehmen, solange er noch geschwächt ist. Damit sie sie finden, erhält Quasimodo ein Amulett von ihr, welches ihm den Weg zum Hof der Wunder zeigt. Frollo erscheint bald darauf und verkündet ihm dass sie den Hof der Wunder gefunden haben und ihm Morgengrauen angreifen. Phoebus und Quasimodo machen sich sofort auf den Weg um die Zigeuner zu warnen. Während den Vorbereitungen der Zigeuner zur Flucht, beschliesst Phoebus mit Esmeralda zu gehen, welche zustimmt. Quasimodo ist am Boden zerstört. Frollo und seine Soldaten sind Quasimodo gefolgt und nehmen alle fest. Frollo gesteht Esmeralda seine Liebe und bedrängt sie. Er droht Phoebus zu töten, falls sie sich ihm nicht hingibt.

Quasimodo wurde inzwischen in den Glockenturm zurück gebracht und eingesperrt. Er ist noch immer am Boden zerstört und weigert sich Esmeralda zu retten. Diese steht inzwischen an einen Pfahl gebunden auf dem Scheiterhaufen und weigert sich Frollos Angebot anzunehmen. Als es brenzlig wird, befreit sich Quasimodo aus seinem Gefängnis und rettet Esmeralda. Währenddessen bringen Clopin und Phoebus die Menge gegen Frollo auf, und es kommt zum Kampf zwischen den Bürgern und den Soldaten. Nachdem der Kampf gewonnen ist, eilt Quasimodo zu Esmeralda welche er allerdings nicht mehr retten kann. Als Frollo zurück in den Glockenturm kehrt, sieht Quasimodo ein was für ein grausames Monster er ist und stösst ihn vom Turm. Quasimodo wird ab nun von der Menge in einem neuen Licht angesehen und akzeptiert.