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Ghost - Nachricht von Sam

Jeder kennt wahrscheinlich den Kinofilm mit Demi Moore und Patrick Swazy, der 1990 im die Kinos kam. Seit 2011 gibt es nun auch ein Musical, welches seit Dezember 2017 auch in Deutschland, im Theater des Westens in Berlin, zu sehen ist. 

 

Ich freute mich schon sehr auf diesen Abend, da bei mir die Songs von der Linzer Inszenierung schon seit Wochen einen festen Platz in meiner Playlist hatten. Eine unglaublich tolle CD, mit fantastischen Stimmen. Unter anderem mag ich den Film und war sehr auf die Umsetzung auf der Bühne gespannt. Und diese ist sehr toll gelungen. Sam fasst nämlich wirklich durch Dinge hindurch und geht durch Türen ;). 

 

Das Bühnenbild besteht zum einen aus einem festen Konstrukt, welches Betonartig angelegt ist und die Bühne etwas unterteilt. Durch weitere bewegbare Kulissen, Möbel und Projektionen auf das Konstrukt, werden die verschiedene Räume, wie z.B. das Wohnzimmer von Sam und Molly dargestellt. 

Sie schaffen es auch, wenn Sam auch für die Zuschauer nicht sichtbar ist, durch kleine Illusionen das Gefühl zu erzeugen, dass sich auf der Bühne wirklich ein Geist befindet. Auch schaffen sie es im Finale Oda Mae im Sam zu verwandeln. Was für eine wunderschöne Szene. Fast schon Zauberei was sie da auf der Bühne machen ;). 

Sehr neugierig war ich auf die Hauptdarsteller, welche ich glücklicherweise auch an diesem Abend hatte. Ich hatte keine von den Vieren bis dahin live auf der Bühne gesehen. Auch wusste ich nicht genau was ich davon halten soll, denn als die Besetzung der Hauptdarsteller bekannt gegeben wurde, war ich überrascht.

 

Gerade bei der Besetzung der Molly war ich erstaunt. Ich habe schon einige Videos von Willemijn Verkaik auf Youtube gesehen und liebe ihre Stimme, nur leider erscheint sie mir etwas zu stark vom Charakter her, für diese Rolle und auch etwas zu alt. Deshalb war ich sehr auf ihre Interpretation der Rolle gespannt. Am Anfang hat es mir sehr gefallen, da ich ihr das verliebte Mädchen richtig abnehmen konnte. Auch als Sam erschossen wurde, musste ich ein paar Tränen verdrücken, da sie einem einfach nur leid getan hat und ihre Verzweiflung richtig spürbar war. Nachher als sie dann wusste dass er Tod ist und sie zurück in die Wohnung kehrt, hat mir die Verzweiflung und Trauer gefehlt. Sie war eher hart, und so kamen die Gefühle nicht richtig zum Vorschein. Ich machte mich trotzdem darauf gefasst dass ich beim Song "Du" vor lauter Gefühlschaos anfange zu weinen, doch dies war leider nicht der Fall. Das Gefühlschaos hat mich irgendwie nicht gepackt. Ich setzte also meine Hoffnung in den 2. Akt, wo es dann auch besser war. Schon beim Opening zeigt sich endlich ein wenig mehr die Verzweiflung, die ich im 1. Akt vermisst habe. Ich habe zwar schon geahnt dass ihre Interpretation wahrscheinlich härter und auch etwas stärker sein wird als ich mir es vorgestellt habe, aber es hat mir trotz allem ganz gut gefallen. Vor allem stimmlich hat sie mich mehr als überzeugt.

 

Alexander Klaws spielt die Rolle des Sam Wheat, und was soll ich sagen, er hat mir sehr gefallen. Er hat seine Rolle toll gespielt und seine Angst um Molly und seine Wut auf Carl, waren spürbar und man fieberte mir ihm mit. Auch stimmlich hat er mich überzeugt. Beim einen oder anderen Ton hat mir zwar ein wenig der "Wums" gefehlt, aber sonst passt er sehr gut in die Rolle.

 

Carl Brunner wurde von Andreas Bongard gespielt, welcher ich vorher auch nicht kannte. Aber auch er hat mich mehr als überzeugt, gesanglich sowie auch schauspielerisch. Hier ist es meiner Meinung nach die perfekte Besetzung. 

 

Als Oda Mae Brown hatte ich Marion Campbell welche einfach perfekt in die Rolle passt. Hammer Stimme und schauspielerisch einfach toll. Es macht richtig Spass ihr zuzusehen und war einer meiner Highlights an diesem Abend.

 

Das Ensemble war ebenfalls grossartig, und gerade die Nummer bei "Weg von hier" haben sie alles gegeben. Tolle Ensemble Nummer. Auch der Song "Fokus" war toll performt. Ich bin ganz ehrlich, ich mag den Song nicht, aber mit der Choreografie, war er ebenfalls toll. 

Ich bin einfach verliebt in die Musik dieses Stückes, und bin froh dass ich es mir live ansehen konnte. 

 

Wer es noch sehen möchte, es läuft noch bis Oktober dieses Jahres im Theater des Westens, bevor es nach Hamburg geht.